Bamberg | Schloss Geyerswörth

Bauherr: Stadt Bamberg
Standort: Geyerswörthstraße 1, 96047 Bamberg
Projektart: Instandsetzung und Modernisierung für Verwaltungsstandort
Projektlaufzeit: 2018 – laufend
Leistungsumfang: LPh 1 – 9 HOAI
Projektleiter: Hans-Heinrich Häffner, Erik Lüken in Arbeitsgemeinschaft mit MM+H Architekten

Das denkmalgeschützte Schloss Geyerswörth befindet sich in repräsentativer Insellage im UNESCO-Weltkulturerbe Bamberg und bildet zusammen mit dem Alten Rathaus ein weltberühmtes Ensemble. Einst Residenz der Bamberger Fürstbischöfe, wird die mehrflügelige Renaissance-Anlage aus dem 16. Jahrhundert umfassend instand gesetzt und zum modernen Technischen Rathaus der Bauverwaltung umgestaltet.

Renaissance-Erbe trifft Lehmbau und restaurative Präzision

Um die ursprünglichen, historischen Raumqualitäten wieder spürbar zu machen, wurden Sekundäreinbauten und verschlissene Alt-Büros konsequent bis auf den Rohbau zurückgebaut. Wertvolle Bausubstanz – wie der repräsentative Renaissancesaal mit seinen historischen Wand- und Deckenmalereien – wird dabei fachgerecht geschützt und konserviert. Für ein hervorragendes Raumklima und eine nachhaltige energetische Verbesserung erhalten die Außenwände von innen eine Vorsatzschale aus naturnahen Lehmbausteinen, kombiniert mit einer Einblasdämmung der obersten Geschossdecke.

Die Sanierung verbindet traditionelle Handwerkskunst mit sensiblen Spezialverfahren: Die beschädigten Holz-Dachstühle wurden zimmermannsmäßig repariert, Risse im Mauerwerk statisch gesichert und die abgewitterten Sandsteinfassaden durch Steinmetze restauriert. Schadstoffbelastete Materialien im Dachraum wurden unter Schwarzbereichen ausgebaut, während die feingliedrige Turmhaube besonders schonend mittels Trockeneisstrahlverfahren entcontaminiert wurde.

Die Erneuerung der gesamten Gebäudetechnik erfolgt zerstörungsarm und fügt sich unaufdringlich in das historische Gebäude ein. Eine ausgeklügelte Baustellenlogistik mit einem integrierten Fußgängertunnel sorgt zudem dafür, dass der Passantenverkehr mitten im belebten, touristischen Stadtzentrum während der gesamten Bauzeit sicher aufrechterhalten bleibt.

Abbildungen: FH Architekten